KARATE - Sport und Lebensphilosophie

Gichin Funakoshi

ziel.gif

Gichin Funakoshi
"Das höchste Ziel im Karate-Do ist nicht der Sieg oder die Niederlage,
sondern die Perfektion des menschlichen Charakters"

KARATE - die wirksamste Form der waffenlosen Selbstverteidigung - ist eine Kampfkunst, dessen oberstes Ziel nicht Sieg oder Niederlage ist, sondern ein Weg zur körperlichen und geistigen Meisterung der Persönlichkeit. Keinesfalls ist Karate ein Sport, den man innerhalb weniger Wochen perfekt erlernen kann. Vielmehr wird von jedem Karateka ein intensives und unermüdliches Training abverlangt. Keinesfalls ist es ein Sport, durch den man unbesiegbar wird, vielmehr versucht man mit dem Training Körper und Geist unter möglichst große Kontrolle zu bringen, um sich im Ernstfall blitzschnell und effektiv verteidigen zu können.

Die Kampfsportarten entstanden vor mehr als 1000 Jahren im inzwischen weltberühmten Kloster Shaolin in China. Dort verlangte ein Mönch namens Boddhidarama von seinen Mitmönchen ein hartes körperliches Training. Daraus entwickelte sich im Laufe der Zeit, speziell auf der japanischen Insel Okinawa, eine Kampfkunst. Diese Entwicklung wurde unbewußt gefördert, als von einem Herrscher Japans das Tragen von Waffen verboten wurde. Dadurch wurde das Kämpfen mit der leeren Hand (sinngemäße Übersetzung von Kara-Te) von großen Teilen der Bevölkerung ausgeübt. Bis 1922 wurde Karate nur im geheimen geübt. Erst in jenem Jahr stellte Gichin Funakoshi diese Sportart der Öffentlichkeit vor. Von da an verbreitete sie sich ausgehend von Japan, weltweit.

Neben Karate ist sicherlich Judo die bekannteste, asiatische Kampfsportart. Zwischen beiden Sportarten besteht aber ein fundamentaler Unterschied: Vereinfacht ausgedrückt kann man sagen, daß es beim Judo darauf ankommt, den Gegner zu fassen, ihn mit verschiedenen Techniken zu Boden zu werfen und ihn dort festzuhalten. Ganz anders dagegen Karate. Hier läßt man den Gegner gar nicht an sich herankommen, vielmehr versucht man, ihn mit Schlägen, Tritten oder Stößen vom Leib zu halten.

Vielfach haften dem Karate noch die Vorurteile an, es hätte nur etwas mit dem Durchschlagen von Brettern zu tun, oder aber, Karate sei nur etwas für junge Leute. Gerade die letzten Jahre weisen eine eindeutige Entwicklung des Karatesport`s hin zum Breitensport auf. Der Grund hierfür ist in der Tatsache zu sehen, daß diese Sportart alle Bereiche umfaßt, die heute landläufig mit dem Begriff Fitneß umschrieben werden. Dazu kommt, neben der Schulung der motorischen Fähigkeiten wie Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Koordination und Beweglichkeit, auch eine Schulung psychischer Eigenschaften wie Ausgeglichenheit, Selbstvertrauen, Disziplin, Gelassenheit und Konzentrationsfähigkeit (Karate-Do).